Die KSC-Allstars - mehr als eine Traditionsmannschaft
Im Jahre 2004 wurden die KSC-Allstars gegründet, die seither als eigener Verein unter dem Dach des Karlsruher SC firmieren, für den sie auch Geld einspielen. Konkret unterstützen die KSC-Allstars, so steht es in ihrer Satzung, die Jugendarbeit des Sportclubs jedes Jahr mit einem namhaften Betrag. Doch nicht nur die Jugendarbeit des KSC profitiert von den Geldern, die von der Mannschaft um Burkhard Reich, der gleichzeitig Präsident der Allstars ist, eingespielt wird. Deren Kern rekrutiert sich aus den einstigen Uefa-Cup-Helden und ehemaligen Erstligaspielern Rainer Schütterle, Michael Wittwer, Rainer Krieg, Dirk Schuster, „Ebse“ Carl oder Rainer Scharinger.
Zwar nicht ständig, aber auch immer wieder mit dabei sind die ehemaligen KSC-Größen Sergej Kiriakow, „Euro“Eddy Schmitt, Bernhard Raab, „Schlappe“ Ehmann, Ralf Friedberger, Joachim Frank, Werner Heinzen, Stefan Meißner, Carsten Lakies oder Dubravko Kolinger und selbst Wolfgang Rolff kickt noch ab und an bei den Allstars mit, wenn es seine knappe Zeit zulässt. Und das alles selbstverständlich ohne jeden Cent Gage. Selbst eine Fahrtkostenerstattung ist nicht drin.
Im Gegenteil: Die Mitglieder der KSC-Allstars, angefangen vom Präsidenten und dessen Mitstreiter im Vorstand Andy Carl, der für Werbung und Sponsoring zuständig ist, bis hin zum Pressewart, zahlen Mitgliedsbeiträge, um die Vereinsarbeit zu finanzieren. Nur dadurch ist es möglich, dass die Allstars neben der Jugendarbeit beim KSC auch andere Projekte unterstützen können.
So haben die die einstigen Uefa-Cup-Helden beispielsweise seit Jahren eine Patenschaft für die Hardtwaldschule in Neureut übernommen, wo geistig und körperlich bedürftige Kinder unterrichtet werden. Für dieses Projekt absolvieren die Allstars jedes Jahr ein Benefizspiel gegen eine Mannschaft von „Nagels Kranz“ in Neureut, dessen kompletter Erlös, inklusive Einnahmen aus der Bewirtung für Projekte dieser Schule verwendet werden. Für Burkhard Reich ist es aber fast noch wichtiger, wie die Kinder dieser Schule jedes Jahr dem Zusammentreffen mit ihren „Fußballhelden“ entgegenfiebern. „Wenn ich erlebe, was es für diese Kinder bedeutet, bei so einer Veranstaltung dabei zu sein und es für sie das Größte ist, mit uns zusammen vor Spielbeginn einzulaufen, dann weiß ich, dass unser Engagement genau richtig ist“, so Reich. So wurde aus einer Traditionsmannschaft, deren Spielernamen nach wie vor ein Anziehungsmagnet für die Zuschauer sind, mittlerweile ein Benefizprojekt, das im Laufe der Jahre rund 100 000 Euro für den guten Zweck einspielte.
Selbst der jährliche „Betriebsausflug“ den die Allstars unternehmen und bei dem natürlich der Flachs blüht, dient in der Regel dem guten Zweck. So auch der letztjährige Ausflug nach Berlin, wo die Allstars auf die Traditionsmannschaft von TeBe Berlin trafen. Dieses Spiel fand im traditionsreichen Sportpark von Dynamo Berlin statt, wo Burkhard Reich vor der Wende spielte. Bei diesem Spiel gab es auch ein Wiedersehen von Burkhard Reich mit Mutter und Bruder, die sich die Gelegenheit nicht entgehen ließen, den Sohn und Bruder, der mittlerweile im Westen sein Zuhause hat, an alter Wirkungsstätte im Dynamo Sportpark zu besuchen. Und bei der „dritten Halbzeit“ im alten Dynamo-Clubhaus, erzählte Mama Reich so manchen Schwank aus der Jugendzeit ihres „Langen“. Harald Linder/Der Kurier










