Ex-Profis des KSC gewinnen Turnier der Traditionsmannschaften in Rotenburg
Von Moritz Jähde/Hersfelder Zeitung, 20.01.2008
Rotenburg. Bei allem Spaß, die Ex-Profis schenkten sich nichts. Viele Jahre Bundesliga prägen nun mal. Das wurde in der Rotenburger Meirotels-Halle besonders im Halbfinale beim Ann-Kathrin-Linsenhoff-Unicef-Stiftung-Cup zwischen den Fußball-Traditionsteams des KSV Hessen Kassel und des DFB (2:3) deutlich.
Wild gestikulierten da Spieler und Schiedsrichter. War der Ball nun hinter der Torlinie gewesen oder nicht? Egal ob WM oder Hallenturnier - am Ende zählt nur: drin oder nicht drin.
Und im Netz eingeschlagen ist das Spielgerät am Samstag oft im Verlauf der Veranstaltung, deren Reinerlös kambodschanischen Kindern zufließt. Die Summe steht noch nicht fest, sie wird aber fünfstellig sein. 1700 Karten sind verkauft worden. Zumeist gut 1000 Zuschauer - die Fluktuation auf den Rängen war groß während des fast sechsstündigen Spektakels - erlebten gleich zum Auftakt Fehlstarts der Frankfurter Eintracht und der Altstars, die im Namen der deutschen Nationalmannschaft angetreten waren - unter ihnen Initiator Charly Körbel. Hatten Bindewald, Brinkmann und die anderen Eintrachtler das Hessenderby noch knapp mit 2:3 gegen KSV Hessen/Kassel verloren, so ging die Nationalmannschaft gleich mit 0:5 gegen den späteren Sieger Karlsruher SC unter.
Beide Teams fingen sich jedoch nach dieser kalten Dusche. Die Frankfurter Traditions-Eintracht gelangte bis ins Halbfinale, wo sie im Neunmeterschießen gegen den KSC ausschied. Das Ausscheiden der Eintracht trübte die Stimmung ihrer zahlreichen Anhänger jedoch nur kurz. Schließlich machte es der Nachwuchs von der Eintracht-Frankfurt-Akademie (Jahrgang 1997) besser als die Altstars. Er gewann anschließend das Finale des Jugendturniers.
Den Höhepunkt des Tages bildete ein hochklassiges Endspiel zwischen den Ehemaligen der Nationalmannschaft und des KSC. Dank eines starken Rückhaltes im Tor (Oliver Tuzyna) und einer sicheren Chancenauswertung setzten sich hier wieder die Spieler des KSC um Dirk Schuster und Rainer Scharinger durch und sicherten sich den Siegerpokal.
Nie aus den Augen verloren
Enttäuschte Gesichter waren bei den Verlierern nicht zu sehen. Auch für Uwe Müller (131 Bundesligaspiele für Frankfurt) steht das Gewinnen nicht unbedingt an erster Stelle: "Ich spiele für die Traditionsmannschaft, weil Tradition verbindet. Wir haben uns nie aus den Augen verloren, und es macht immer wieder Spaß, für den guten Zweck zu kicken."
Sinnbildlich für die freundschaftliche Athmosphäre auf und neben dem Spielfeld war auch die Einigung in der Frage, ob besagter Ball nun im Tor war oder nicht. Die Kasseler zeigten sich fair und verzichteten auf den Treffer.









